Gedanken

Ich versuche in meinen Arbeiten nicht direkt Greif- und Sichtbares – auch in mir selbst – zu verstehen und deutlich zu machen. Es geht mir dabei um das Erkennen und das Auflösen von vorgefassten (Ich-)Konzepten, die Entwicklung verhindern. So entsteht Raum in mir und um mich herum für eine tragfähigere Wirklichkeit jenseits dieser Strukturen. Viele meiner Arbeiten drehen sich um diesen Konflikt und versuchen eine Verbindung von Innen und Außen zu schaffen. Wenn ich Glück habe, sind meine Arbeiten für mich und den Betrachter Katalysatoren beim Erkennen von existenzieller Wahrheit hinter dem, was wir gemeinhin als Realität akzeptieren. Für diesen Erkenntnisprozess nutze ich verschiedene Ebenen der menschlichen Wahrnehmung.

Die Titel der Arbeiten und die teilweise zugeordneten Gedichte spielen eine unterstützende Rolle. Sie sind für mich und mein eigenes intellektuelles Verständnis der Arbeiten hilfreich. Wichtig für mich ist die Interaktion mit den Werken. Dabei wird der Betrachter selbst Teil der Arbeit und es entsteht die Möglichkeit einer ganz anderen Herangehens- oder Heranfühlensweise, da man sehr direkt über sich mit der Arbeit verbunden ist.

Meine Glasobjekte entstehen unter Einsatz sowohl heißer als auch kalter Techniken, neben dem freien Formen am Ofen überwiegen Sandstrahl und Gravur. Die Verwendung der jeweiligen Technik ist nicht so sehr von ästhetischen Erwägungen abhängig, sondern geht aus von expressivem Gehalt des Glases durch die spezifische Bearbeitungsweise.

Korbinian Stöckle

Ursprung
Ursprung 1973, h 6 cm, Ø 6 cm